Antibiotika-lieber nicht nehmen?

Es wird viel darüber berichtet, dass die Antibiotikaresistenzen der Bakterien dramatisch zunehmen. Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir ein Antibiotikum einnehmen?

Seit der Entdeckung des Penicillins vor ungefähr 70 Jahren sind viele neue Medikamente entwickelt worden, deren Aufgabe es ist, Bakterien zu zerstören. Die Ansatzpunkte der Wirkweisen sind verschieden. Bakterien sind im Gegensatz zu Viren, die eigentlich nur eine genetische Information enthalten und damit  eine Zelle besetzen, Kleinstlebewesen mit einem eigenen Stoffwechsel. Hier versuchen die Antibiotika (anti-bios: gegen das Leben) entweder die Hüllen der Bakterien zu zerstören oder durch Hemmung bestimmter Enzyme so in den Stoffwechsel dieser Kleinstlebewesen einzugreifen, dass sie sich nicht mehr vermehren können oder zu Grunde gehen.

Entzündungen, die von einem bakteriellen Befall begleitet werden, spielen sich meistens im Raum zwischen den Zellen ab, eine sogenannte interstitielle Entzündung. Die Milliarden von Körperzellen kleben nicht aneinander wie die Waben im Bienenstock, sondern sind von einem wässrigen oder gelartigen Milieu umgeben, in das die kleinsten Blutgefäße, Lymphgefäße sowie Nervenenden einmünden und dort findet der Austausch von Informationen und Stoffen statt, die dann nach Passage der „Transitstrecke“ an die Rezeptoren der Zellen gelangen, so wie man durch den Vorgarten schreitet, um die Haustür zu erreichen.

Zum Interstitium hat auch ein großer Teil der Zellen unseres Immunsystems leichten Zugang, um diesen Bereich frei von schädlichen Einflüssen zu halten. Im Falle einer bakteriellen Entzündung herrscht an dieser Stelle eine enorme Aktivität, was sich in Rötung (vermehrte Durchblutung), Schwellung (vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit), Schmerz und Hitze äussert. Die Funktion des betroffenen Organs ist natürlich ebenfalls eingeschränkt und oftmals reagiert der gesamte Organismus mit Fieber. Hier findet nun eine gewaltige Arbeit statt, in der sich ganze Kaskaden unterschiedlichster Anteile des Immunsystems ergießen und in ihrer wohldosierten Aktivität nicht nur die Bakterien im Zaum halten und ihre Stoffwechselprodukte vernichten sondern auch das gesamte Terrain reinigen und sauberer zurücklassen, als es vorher gewesen ist. So sei in kurzen Worten der natürliche Prozeß geschildert.

Kurz anzumerken wäre noch, dass eine Entzündung dann entsteht, wenn das Milieu nicht in Ordnung ist, also einer Reinigung bedarf. Kann man den natürlichen Gang der Dinge nicht abwarten, oder nimmt aus Angst oder weil es der Arzt verordnet hat ein Antibiotikum, passiert an dieser Stelle in etwa folgendes: Die Bestandteile des Medikamentes passieren den Magen-Darmtrakt, wobei sie auch hier schon einen Scherbenhaufen hinterlassen, weil sie alle Bakterien wahllos dahinraffen (außer denen, die schon resistent sind), passieren weiter über den Blutweg die Leber (die einen Teil des Medikamentes unschädlich macht) und gelangen dann auf dem Blutweg weiter in den Zwischenzellraum, das Interstitium. Dort sind die chemischen Substanzen sozusagen in ihrem eigentlichen Einsatzgebiet angekommen und verwandeln die dort anwesenden Bakterien in einen Haufen Leichen. Die chemische Substanz verbindet sich mit den übriggebliebenen Bakterienteilen zu einem Eiweiß, das dem Körper fremd ist. Das Immunsystem wird in seinem zuvor genau bestimmten Arbeitsablauf der unterschiedlichen Zellarten massiv gestört und reagiert anders als gedacht. Die Fremdeiweiße können aufgrund ihres massiven Auftretens und ihrer unbekannten Struktur nicht so ohne weiteres abgebaut werden und lagern sich ab und belasten die „Transitstrecke“. So verschärft sich das Problem, welches möglicherweise den Ausbruch der Entzündung gefördert hat weiter. Das ist oft der Grund, warum Entzündungen immer wiederkehren und der Einsatz der Antibiotika ein chronisches Geschehen begünstigt.

Das Geschehen im Interstitium, das ist der eine Punkt, ein weiterer, besser bekannter ist die entstehende Darmdysbiose und die dadurch sich massiv entwickelnden resistenten Keime, da sie ja als einzige „überlebt“ haben. Hinzu kommt, dass die chemischen Substanzen in den Antibiotika, die die Kleinstlebewesen schädigen sollen auch Bestandteile des menschlichen Organismus schädigen, da auch unser Körper ähnliche Strukturen wie die Bakterien aufweist, die von den Medikamenten genauso attackiert werden. Besonders die Zellorganellen können davon betroffen sein oder auch Knorpelstrukturen im Körper, was bei den sogenannten Gerasehemmern der Fall ist. Hier kann es zu bleibenden Schäden kommen.

Allein an der Vielfalt der möglichen Schädigungen ist ablesbar, dass man es hier mit einem sehr stark wirkenden Gift zu tun hat und sehr wohl abwägen sollte, ob es im Einzelfall notwendig ist, dieses einzunehmen. Hat man es mit einer Sepsis zu tun, also mit einer über den Blutweg stattfindenden Überschwemmung des Körpers mit Bakterien, bleibt oft keine andere Wahl als  die negativen Wirkungen eines Antibiotikums in Kauf zu nehmen, um Schlimmeres zu verhindern. Es handelt sich hier aber eher um ein „Notfallmedikament“ und nicht um eine Medizin, die man stets und ständig verordnet bekommt, sobald sich eine Entzündung im Körper zeigt.

Die „blockierte Entwicklung“ beschränkt sich nicht nur auf den körperlichen Prozeß , sondern beeinflusst auch den Lebensprozeß negativ, der seelisch geistige Entwicklungsprozess nimmt Schaden, wie ich an anderer Stelle noch beschreiben möchte.

Leider ist in der modernen Medizin das Wissen verloren gegangen, wie man Entzündungen naturheilkundlich begleiten kann, so dass sie ohne Komplikationen verläuft und alles in Ruhe ausheilen kann. Die Pharmaindustrie schläft ja auch nicht und so ist es klar, dass Antibiotika nicht als ultima Ratio gehandelt werden, sondern als das Allheilmittel bei allen Wehwehchen gelten. Nur so werden lukrative Umsätze erzielt.

2 Antworten

  1. Angela Weiß sagt:

    „Der Anfang des Heils ist die Kenntnis des Fehlers.“
    Epikur

    In diesem Sinne und alles Gute und vielen Dank für das Blog und die Artikel!

    Alles Gute
    Angela

  2. Nina sagt:

    Vor fast zehn Jahren habe ich Jutta Klinkhamer kennengelernt. Körperlich und seelisch ging es mir schlecht, da ich aufgrund einer Blasenentzündung mehrere Antiobiotika verschrieben bekommen hatte, die leider nicht angeschlugen. Daraufhin bekam ich eine Nierenbeckenentzündung. Mehrere Monate war ich krank und fühlte mich auch nach angeblicher Genesung miserabel. Bei Jutta Klinkamer in der Praxis habe ich dann eine Ausleitung der Antibiotikaüberreste mit ungefähr 10 Sitzungen gemacht und außerdem verschiedene anthroposophische Mittel eingenommen, die mich langsam aber sicher wieder aufgebaut haben. Die Kraft kam dieses Mal von innen und mein Körper konnte auf allen Ebenen vollkommen gesunden. Seit dieser Erfahrung bin ich bei Jutta Klinkhamer in Behandlung und egal, was ich an kleinen und großen Wehwehchen hatte, ich musste kein einziges Mal mehr auf Antiobiotika zurückgreifen, sondern konnte mich dem natürlichen Heilungsprozess meines Körpers, immer ihrer medizinischen Unterstützung gewiß, verlassen. Danke, liebe Jutta!

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